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8. Jahrestreffen des AK-Eichsfeld

vom 28.09.2001 - 30.09.2001 in Heiligenstadt

 

 

Bilder vom Arbeitskreis-Treffen

 

Zeitungsartikel vom Arbeitskreis-Treffen

 

 

Bericht zum 8. Jahrestreffen des Arbeitskreises Eichsfeld

 

Zum 8. Mal trafen sich vom 28.- 30.September 2001 die Mitglieder und Freunde des Arbeitskreises Eichsfeld im Saal des Gemeindezentrums St. Marien in Heiligenstadt. Von den mittlerweile fast 100 Mitgliedern des Arbeitskreises waren wieder rund 70 Hobbygenealogen und Heimatforscher aus ganz Deutschland angereist.

 

Den weitesten Weg hatte Jörg Dornieden, er lebt auf derKaribik-Insel St. Vincent. Besonders gefreut hat uns die Teilnahme vieler "Genealogie-Neueinsteiger", die durch unsere Website oder Zeitungsartikel im Vorfeld der Zusammenkunft auf das Forschertreffen aufmerksam geworden waren.Arbeitskreistreffen Sept. 2001

 

Mit einem gemütlichen Beisammensein startete das Treffen am Freitag, den 28.09. im Gasthof Möhrenkönig. Alte und neue Mitglieder konnten hier einander kennenlernen und viele der Teilnehmer nutzen bereits an diesem Abend die Gelegenheit erste Forschungsergebnisse untereinander auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

 

Am Samstag-Vormittag (29.09.) hatten die Teilnehmer des Treffens wieder die Möglichkeit alte Kirchenrechnungen aus dem Bischöflichen Kommissariatsarchiv einzusehen, andere lernten auf einem durch Herrn Albert Heinevetter geführten Stadtrundgang die Besonderheiten Heilbad Heiligenstadts kennen.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof Möhrenkönig begann um 14.00 Uhr der thematische Teil des Treffens.

Arbeitskreistreffen Sept. 2001

Herr Thomas Müller von Stadtarchiv stellte sein neu erschienenes Buch "Bauernkrieg nach dem Bauernkrieg" vor. In seinem sehr interessanten Vortrag berichtete er von der Verwüstung und Plünderung der Mühlhäuser Ratsdörfer Dörna, Hollenbach und Lengefeld durch Eichsfelder Adel und Klerus als Racheaktion unmittelbar nach Niederschlagung des Bauernaufstandes im Jahre 1525.

 

In seinem Buch geht es hauptsächlich um den 17 Jahre später gehaltenen Prozeß, der die Geschehnisse der damaligen Zeit noch einmal aufrollte. Für Familienforscher besonders interessant ist die namentlich Nennung vieler Zeugen, die in der Zeit vor Kirchenbuchbeginn neben dem Türkensteuerregister (1545) und einigen Lagerbüchern möglicherweise eine Lücke in der Genealogie schließen kann.

 

Frau Anja Seeboth vom Heiligenstädter Kreisarchiv berichtete in ihrem sehr anschaulichen Vortrag über genealogisch relevate Archivalien im Kreisarchiv. Sie machte anhand von ausgewählten Beispielen auf Akten aufmerksam, die für Familien- und Heimatforscher besonders interessant sind.

 

Herr Edgar Rademacher, Familien- und Heimatforscher sowie Ortschronist aus Hüpstedt, sprach über holländische Einwanderer in das Eichsfeld am Beispiel des Dorfes Hüpstedt. Nach Ende des 30-jährigen Krieges ließen sich auffallend viele "Lückerländer", die als fahrende Kupfer- und Metallwarenhändler Deutschland durchstreiften, in diesem Höhendorf nieder.

 

Edgar Rademacher, der selbst wie viele andere Eichsfelder von dieses Einwanderen abstammt, bat am Ende seines Vortrages darum, auch in anderen Orten auf solche Einwanderer zu achten, um dieses äußerst interessante Kapitel Eichsfelder Geschichte zu ergründen.

 

Im Anschluß daran stellte Herr Norbert Degenhard aus Ratingen sein 2. Ortsippenbuch von Wilbich vor. In jahrelanger mühevoller Forschungsarbeit hat er das gesamte Kirchenbuch dieses Dorfes ausgewertet, die Familien verknüpft und in dem 449 Seiten starken Werk zusammengefaßt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmer des Treffens die Möglichkeit das 1. Ortssippenbuch von Großbartloff einzusehen oder auch käuflich zu erwerben.

 

Zu den Gästen des diesjährigen Treffens gehörte neben dem Vorsitzenden des Eichsfelder Heimatvereins, Herrn Anhalt, auch der Leiter des Bistumsarchivs in Erfurt Herr Dr. Matscha. Er meldete sich ebensfalls noch zu Wort und berichtete kurz über das Projekt der Verfilmung der Eichsfelder Kirchenbücher. Auch Frau Gorsler vom Kommissariatsarchiv konnte unter den Gästen begrüßt werden.

 

Im Anschluß an die Vorträge fanden sich die Forscher in kleinen Gruppen zusammen, tauschten Ergebnisse und Erfahrungen aus, stellten Gemeinsamkeiten und Verwandtschaftsbeziehungen fest. Alte Urkunden, Fotos und Ahnentafeln kamen zum Vorschein, meterlange Stammbäume wurden im Saal ausgerollt und der Kopierer leistete wie jedes Jahr Schwerstarbeit.

 

Gerade die Genealogen, die zum ersten Mal hier waren oder erst mit der Ahnenforschung begonnen hatten, profitierten von diesem Treffen, konnten sie doch viele wertvolle Tips und Anregungen von den älteren Hobbyforschern erhalten. Stark umringt waren wieder die Computerarbeitsplätze, wo sich die Teilnehmer u.a. über genealogische Programme informierten und auch ihre eigenen Forschungesarbeiten präsentierten. Auch in die bereits verkarteten Kirchenbücher konnte man selbst einen kleinen Blick werfen. Bis 1.00 Uhr morgens saßen auch in diesem Jahr einige Ahnenforscher, in Gespräche vertieft, zusammen.

 

Sonntagvormittag hatten alle Teilnehmer noch einmal die Gelegenheit die Gespäche vom Vortag fortzusetzen und Adressen auszutauschen, um nicht nur einmal im Jahr sondern jederzeit mit anderen Genealogen in Kontakt zu treten.

 

Auch das diesjährige inzwischen traditionelle Jahrestreffen fand bei allen Teilnehmern und Gästen großen Anklang. Gelobt wurde die lockere und fröhliche Atmosphäre, die gute Organisation und wiederum besonders der Eichsfelder Schmandkuchen der Bäckerei J. Gaßmann aus Heiligenstadt.

 

Der Arbeitskreis Eichsfeld hat inzwischen fast 100 Miglieder aus ganz Deutschland, Österreich, Holland und der Schweiz sowie Amerika, Australien und der Karibik. Zahlreiche Zugriffe auf unsere Website aus aller Welt (neben den genannten Ländern und Kontinenten auch ganz Europa, Estland und Japan) zeigen, daß der Arbeitskreis Eichsfeld international bekannt und beliebt ist.

 

Wir danken allen Referenten, dem Kommissariatsarchiv Heiligenstadt für die Bereitstellung der Archivalien, Herrn Albert Heinevetter für die Stadtführung und allen, die an der Vorbereitung und Durchführung des Treffens aktiv mitgewirkt haben und verbleiben mit frohen Forschergrüßen bis zum nächsten Jahr.

 

Kerstin & Gerhard Heinevetter, Heiligenstadt

Marcellinus Prien, Berlin, Leiter des AK-Eichsfeld

 


Programm 2001

programm_2001.pdf

74 K

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