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Das Eichsfeld

Das Eichsfeld im Mittelpunkt Deutschlands

Das Eichsfeld kurz vorgestellt

Das Eichsfeld ist ein reizvoller und malerischer Landstrich im Nordwesten des Landes Thüringen sowie im Südosten von Niedersachsen. Hier befindet sich auch der geografische Mittelpunkt Deutschlands, in der Ortschaft Flinsberg gelegen. (siehe Karte)

Zwischen dem Harz (N), dem Hessischen Bergland (SW) und dem Thüringer Wald (S) erstreckt sich ein von Tälern durchfurchtes Hügelland. Neben Leine, Unstrut Wipper und Hahle, deren Quellen sich im Eichsfeld befinden und sich durch die bergige Landschaft schlängeln, grüßt auch die Werra am westlichen Rande des Eichsfeldes entlang den aufstrebenden Höhen.

Das flachere Untereichsfeld ist dem bergigen Obereichsfeld vorgelagert, dessen Gebirgszüge Höhen von ca. 550m ü.NN erreichen.

Das Eichsfeld ist gegliedert in das nördliche Untereichsfeld und das südliche Obereichsfeld. Die Trennungsline verläuft von Eichenberg nördlich von Rustenfelde entlang über den Rotenberg bei Berlingerode, westlich von Worbis über den Nordrand des Ohmgebirges und die Bleicheröder Berge. Diese Trennungslinie ist gekennzeichnet durch einen Steilabfall des Obereichsfeldes nach Norden zum Südeichsfeld.

Diese Linie ist zugleich ein Teil der Spachgrenze die quer durch Deutschland geht. Im Eichsfeld ist sie der schlagartige Übergang zwischen der thüringischen oberdeutschen Mundart und der ostfälischen niederdeutschen Mundart (dem Platt).

Werra-Schleife

Die höchsten Erhebungen im Obereichsfeld sind die Gobert (570 m ü. NN), das Ohmgebirge (535 m ü. NN) und der Dün mit dem Hockelrain (517 m ü. NN).

Die wichtigsten Städte im Obereichsfeld sind Heilbad Heiligenstadt, Dingelstädt, Worbis und Leinefelde. Im Untereichsfeld ist die Stadt Duderstadt dominierend.

Schmucke Orte und eine abwechslungsreiche Landschaft kennzeichnen die Region.

Ihr unverwechselbarer Charme bleibt jedem Gast in unvergeßlicher Erinnerung. So vielfältig Landschaft und Kultur des Eichsfeldes sind, so facettenreich ist dessen Geschichte. Schlösser, Burgen, Kirchen und Klöster gehören zu den bis heute sichtbaren "Zeugen" der Entwicklung. Spuren der Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück.

Mit diesem Landstrich verbinden sich bedeutende Persönlichkeiten, wie Tilman Riemenschneider, Heinrich Heine, Theodor Storm, Prof. Johann-Carl Fuhlrott oder Dr. Hermann Iseke.

Blick vom Dün

Die Folgen: 1815 wurde das Eichsfeld erstmals geteilt.

Die Landesgrenze entsprach nicht der Sprachgrenze.

Diese Grenze zwischen Preußen und Hannover dauerte bis 1866, als Hannover preußische Provinz wurde. Von da an war sie Grenze zwischen zwei preußischen Provinzen.

Diese Provinzgrenze wurde 1945, entsprechend dem Vertrag von Jalta, zur Demarkationslinie in Deutschland, später zur Staatsgrenze zwischen DDR und BRD.

Besonderheit 1945. Im sog. Wisky/Wodka-Abkommen wurde im September 1945 zwischen dem russischen Kommandanten und dem amerikanischen Kommandanten in Wanfried ein Gebietsaustausch im Obereichsfeld vereinbart. Werleshausen und Seesen kamen zur amerikanischen Besatzunszone, später Land Hessen.

Eisenbahnviadukt in Lengenfeld u. Stein

Das Eichsfeld, früher Bestandteil des Kurfürstentums Mainz, hat sich seit etwa dem 11. Jh. durch Landerwerb der Mainzer Erzbischöfe zu seiner Größe bis 1802 entwickelt.

Im Friedensvertrag von Luneville vom 09.02.1801 und dem nachfolgenden Reichsdeputationshauptschluß wurde der Kirchenstaat Mainz aufgelöst (säkularisiert) und das gesamte Eichsfeld, als Ersatz für verlorengegengene linksrheinische Gebiete, dem Königreich Preußen zugesprochen. Am 02.08.1802, also vor 200 Jahren, nahm Preußen dieses Gebiet in Besitz und bezeichnete es fortan als Fürstentum Eichsfeld.

Durch die napoleonischen Kriege kam das Fürstentum Eichsfeld 1806 zum Königreich Westphalen unter König Jerome.

Infolge des Wiener Kongresses wurde 1825 Deutschland neu aufgeteilt. Der König von Preußen hatte Interesse an der Landschaft um Beneckenstein im Harz und mußte deshalb andere Gebiete an den König von Hannover abtreten. Deshalb kam ein Teil des Untereichsfeldes zum Königreich Hannover. Es wurden nur soviel Orte nördlich der Sprachgrenze abgetreten, wie es das notwendige Steueraufkommen erforderte.

Burg Hanstein

Asbach, Sickenberg, Weidenbach und Dietzenrode kamen zur sowjetischen Besatzungszone. Der Grund war die Bahnlinie von Bremerhaven über Göttingen und Bebra nach Süddeutschland, als Versorgungslinie der amerikanischen Besatzungstruppen, die bei Werleshausen und Neuseesen ein Stück durch die sowjetische Besatzungszone führte.

Eine weitere Besonderheit war 1945 die Korrektur der Demarkationslinie im Bereich des Gutes Besenhausen bei Kirchgandern. Die Demarkationslinie verlief mitten durch das Gut Besenhausen. Der allergrößte Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche lag in der englischen Besatzungszone. Der damalige Eigentümer von Besenhausen hat es erreicht, daß sich der englische Kommandant mit dem russischen Kommandanten einigte und Besenhausen komplett zur englischen Besatzungszone kam (heute Niedersachsen).

Von 1961 - 1990 ist das Eichsfeld durch Stacheldraht geteilt. Das Obereichsfeld gehört seit 1949 zur Deutschen Demokratischen Republik, Land Thüringen, später Bezirk Erfurt und seit 1990 zur Bundesrepublik Deutschland, Freistaat Thüringen. Das Untereichsfeld gehört seit 1949 zur Bundesrepublik Deutschland, Bundesländer Niedersachsen und Hessen.


Woher kommt der Name "Eichsfeld"?

Der Name "Eichsfeld" ist der Name einer Landschaft. Im Jahre 897 erstmals als "pago Eichsfelden" erwähnt, taucht 950 die Bezeichnung "in pago Aikesfelt" und 1022 "in pago vero Eichesuelt" auf. Weitere unterschiedliche Schreibweisen sind später feststellbar, z.B. 1303 Eichsfeldia oder 1436 Eyßfelde. Das Gebiet welches 897 "in pago Eichsfelden" in einer Urkund genannt wurde ist die Landschaft nordwestlich von Mühlhausen der Unstrut entlang bis zu ihrem Quellgebiet einschließlich der umgebenden Höhenzüge.

Die heimatgeschichtliche Forschung sah im Namen "Eichsfeld" ein "Eichenfeld" oder" das Feld eines Aiko oder Eiko". Mehrere Forscher versuchten sich an einer eindeutigen Klärung. Die bevorzugte Deutung ist eine Ableitung von einem "Eichenfeld", zumal die Eiche in der Flurnamensgebung des Eichsfeldes sehr häufig vorkommt.

Weniger durchgesetzt hat sich die Ableitung von einem Eigennamen oder die von einer Ortschaft ("Eichisa" - Unstrutbereich). Immer wieder neu belebt werden Deutungsversuche von "Eysfeld" oder "Eyßfeld" als Hinweis auf ein Gebiet mit rauhem, eisigen Klima. Dabei werden jedoch nicht klimatische Bezüge, sondern lediglich Lautverschiebungen ursächlich sein. (aus "ch" wurde "s" oder teilweise "ss" - z.B. Ochse mundartlich "Osse")

 

Seeburger See im Untereichsfeld
ehem. Grenzbefestigungen
Schafweide im Südeichsfeld

Eichsfelder Sang

Die "Nationalhymne" der Eichsfelder, auch heute noch gern gesungen.

 

"Bist du gewandert durch die Welt, auf jedem Weg und Pfade, schlugst auf in Nord und Süd dein Zelt, an Alp und Meergestade. Hast du mein Eichsfeld nicht geseh`n mit seinen burggekrönten Höh`n und kreuzfidelen Sassen, dein Rühmen magst du lassen.

Dort, wo die junge Leine fließt, die Unstrut wallt zu Tale, der Hülfensberg die Werra grüßt, der Ohmberg seine Hahle, die Wipper flutet durch die Au, landauf, landab, welch feine Schau auf Tal und Hügelketten und schmucke Siedelstätten.

Beut` auch die Scholle ihnen Sold oft karg der Müh` dem Schweiße, nur frischer durch den Adern rollt das Blut bei frohem Fleiße. Und ist die Welt nicht breit und lang? Hinaus mit Reff und Arbeitsdrang! Es zollt auch fremder Erde das Gut dem heim´schen Herde.

Dem Herd, an dem in frommer Zucht die treue Gattin waltet, und Kindern, gleich des Ölbaums Frucht, die Händchen betend faltet; dem Haus, wo noch der Herrgott gilt, und nicht nur, was den Magen stillt, wo felsenfester Glaube die Blicke hebt vom Staube.

Eichsfelder mit Frohwanderblut und liederreicher Kehle, heim, heim steht all dein Herz und Mut, dein Sinn und deine Seele, heim, wo das Kreuz vom Hügel ragt, und dir von Gottes Liebe sagt: Schlägt deine letzte Stunde, es sei auf Eichsfelds Grunde."

Dr. Hermann Iseke